Lebensmittel mit gutem Gewissen kühlen

„Nachhaltige technische Lösungen für die Gewerbekühlung sind aus unserer Sicht nur Lösungen mit natürlichen Kältemitteln“, prognostiziert Lorenzo Milano, Produktmanager des Kältespezialisten Rivacold CI GmbH aus Fellbach bei Stuttgart. Ein Standpunkt, dem sich jetzt auch die Deutsche Umwelthilfe anschließt. „Werden Kohlenwasserstoffe, CO2 oder Ammoniak als natürliche Kältemittel eingesetzt, stellen sie im Falle eines Entweichens durch ihr sehr geringes Treibhauspotenzial keine Gefahr für das Klima dar. Zudem arbeiten die entsprechenden Anlagen im Vergleich zu denen mit halogenierten Kältemitteln meist effizienter. Dies führt zu reduziertem Stromverbrauch und somit zu geringeren indirekten Emissionen durch die Herstellung der benötigten Energie“, sagt Barbara Metz, stellvertretende Bundesgeschäftsführerin der DUH in einer aktuellen Erklärung Anfang August.



Die neuen Verflüssigungssätze von Rivacold mit dem Kältemittel CO2 (R744) eigenen sich für die Gewerbekühlung und bieten Kälteleistungen bis 8kW für die Normal- bzw. 7kW für die TiefkühlungDie Deutsche Umwelthilfe möchte nachhaltige Kälte- und Wärmetechnologien vorantreiben, um Treibhausgasemissionen in diesen Sektoren zu reduzieren. Schwerpunkt des Vorhabens soll auf Anwendungen liegen, in denen effiziente Alternativen zu chemischen Kältemitteln vorhanden sind und die das größte Minderungspotenzial aufweisen. Dies gilt für den Einsatz nachhaltiger Kältetechnik im Lebensmitteleinzelhandel sowie im Bereich der Wärmeerzeugung mittels Wärmepumpen. Denn Treibhausgasemissionen durch Kältemittelverluste in Supermärkten sind enorm. Laut DHU rechnet das Statistische Bundesamt in seiner Erhebung über klimawirksame Stoffe im Jahr 2015 allein für das weit verbreitete und inzwischen kaum mehr verfügbare Kältemittel R404A mit Treibhausgasemissionen, die rund 2 Mio. t CO2-Äquivalenten entsprechen – nur um Kältemittel zu ersetzen, die durch Leckagen ausgetreten sind. Weitet man die Betrachtung auf alle fluorierten Kältemittel aus, seien es sogar 4,6 Mio. t. Klimaverträgliche Alternativen mit natürlichen Kältemitteln findet man hingegen in der Gewerbekühlung bereits in großen Verbundkälteanlagen mit dem Kältemittel CO2 (R744) sowie in steckerfertigen Kühl- und Tiefkühlgeräten, die mit Kohlenwasserstoffen als Kältemittel arbeiten. Das Ziel des DHU-Vorhabens ist es daher, die Voraussetzungen für die Entwicklung und Anwendung nachhaltiger Kälteanlagen zu verbessern, sodass Unternehmen und auch die öffentliche Hand zur Nutzung natürlicher Kältemittel übergehen.

Italienische Hersteller mit breitem Angebot

Durch die kontinuierliche Weiterentwicklung können wir für die Gewerbekühlung nun auch die neue CO2-Verflüssigungssätze CO2NNEXT mit geregeltem Verdichter sowohl für die Normal-, als auch für die Tiefkühlung für Kälteleistungen von 2 bis 8 KW anbieten“, umreist Lorenzo Milano das präsentierte Angebot der Marke Rivacold auf der internationalen Fachmesse Chillventa in Nürnberg. Hinzu kommen komplette Aggregate für die Wand- und Deckenmontage mit Propan (R290), die sich für kleine Kühlzellen eignen. Ein kompletter Supermarkt kann so mit zusätzlichem Kälteträger- oder Wassersystem zum Abtransport der Wärme nahezu klimaneutral ausgestattet werden. „Die Kälte- und Klimawirtschaft steht in Europa tatsächlich vor einem dramatischen Wendepunkt“, weiß Lorenzo Milano. Denn synthetische Kältemittel werden nach verschiedener Expertenmeinungen natürlichen Stoffen immer ähnlicher. „Darum wird es auch kein neues Wunderkältemittel mehr geben. Wer nicht auf natürliche Lösungen setzt, sondern auf ein Wunder wartet, wartet auf Godot.“

 

 

Zum Hintergrund

Die EU F-Gase-Verordnung (EG) Nr. 517/2014 verschärft seit 1. Januar 2015 die Verringerung der CO2-Emissionen durch fluorierte Treibhaugase. Deren Emissionen, betrachtet in sogenannten CO2-Äquivalenten, müssen bezogen auf den Basisdurchschnitt 2009-2012 bis zum Jahr 2030 um 79 % gesenkt werden. Seither läuft der Wettlauf zur stufenweisen Senkung von 70 Mio. t CO2-Äquivalenten in Europa. Die Verordnung spricht bei diesem Prozess vom ‚Phase-Down’ der F-Gase. Auf welchen Wegen die Mengenreduzierungen erreicht werden, bleibt dem Markt weitestgehend selbst überlassen. Für natürliche Kältemittel hat die Industrie in denletzten Jahren hohe Investitionen getätigt, um Komponenten und Systeme zu entwickeln. Anlagenbauer und Betreiber sind jetzt aufgefordert, diese in den Markt einzuführen, um klimaschädliche Kälteanlagen Schritt für Schritt abzulösen

www.rivacold.de

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