Offizielles Video vom 8. Kälten-Treff

8. Kälten-Treff 2022

Quelle/Foto: Foto: KältenKlub

 "Back to Ruhrpott"

Vom 1. bis 2. April fand im IKKE Duisburg der 8. Kälten-Treff statt. Nach 2016 ist es das zweite Mal im Ruhrpott. Rund 120 Teilnehmer haben sich mit zehn Vorträgen über die Neuigkeiten der jeweiligen Unternehmen informiert. Im Anschluss daran haben die Kälten trotz der Kälte und dem Regen richtig gut gelaunt bis in die Nacht hinein im warmen IKKE und auch am kalten PINK-Anhänger gefeiert.

gruppe mit logosIm Vorfeld der offiziellen Veranstaltung treffen sich die Referenten zusammen mit Schulleiter Karsten Beermann und der KK-Redaktion zum Aufbau und einem gemeinsamen Essen. Wie schon 2016 fahren wir in die Pizzeria Sant’ Angelo und sitzen mit insgesamt 21 Personen an einem langen Tisch. Einige bereits anwesende Teilnehmer eingeschlossen. So ein Essen ist immer recht laut, denn man merkt die Freude, endlich wieder zusammen etwas zu unternehmen. Die Gespräche reichen von privaten Inhalten bis zu technischen Detail-Unterhaltungen. Es ist alles dabei und nach einigen Stunden erst verlassen wir die Pizzeria. Ein Teil der Referenten fährt ins Hotel, andere enden an diesem Abend noch am PINK-Anhänger auf ein letztes Bier. Und einen Grappa, den Beermann noch aus der Tasche zieht.

Der Vortragsmarathon

20220401 134630 f353eTrotz des ersten in erfahrungsgemäß typischer Art endenden Abends erscheinen alle Referenten komplett und gut gelaunt am Freitag pünktlich zum Vortragsmarathon. Die Teilnehmer kommen aus drei Richtungen: Zum einen über die Anmeldungen im KältenKlub. Dazu gesellen sich Meisterschüler vom IKKE und ein großer Haufen Berufsschüler aus der Duisburger Berufsschule. Nach einem Soundcheck im großen Hörsaal geht es los. Karsten Beermann und Dirk Rehfeld begrüßen die Teilnehmer, bevor Frank Bahke von Danfoss die Vortragsreihe eröffnet. Er stellt das Thema „Elektronische Expansionsventile für effiziente Kälteanlagen“ in den Fokus. Dies mit dem Hintergrund, dass effiziente Kälteanlagen, neben den Herausforderungen der F-Gase-Verordnung, immer mehr zum Standard werden. Beide Arbeitsweisen, die Pulsweitenmodulation (AKV) als auch die Schrittmotortechnologie (ETS), werden gegenübergestellt und die Möglichkeiten der Energieeinsparung aufgezeigt. In diesem Zusammenhang wird die neue ETS-5M-Baureihe vorgestellt. Diese zeichnet sich nicht nur durch eine kompakte Bauweise aus, sondern ist für die Kältemittel der Sicherheitsklassen A1, A2L sowie A3 freigegeben. Markus Dreier von 20220401 111017 5d8deTyczka erläutert in seinem Referat die Eigenschaften und Anwendungsmöglichkeiten von Glykol als Kühlsole in Kälte-, Klima- und Wärmepumpenanlagen. Er geht auf die unterschiedlichen Systeme ein und beschreibt u. a. die Primär- und Sekundärkreisläufe. Danach folgen eine Produktübersicht und eine anschauliche Darstellung der jeweiligen Einsatzgebiete. Detailliert geht Dreier dann noch auf die chemischen Eigenschaften der Produkte sowie auf die Themen Korrosion, spezifische Wärme, Viskosität, Gefrierpunkte, Dampfdruck u. v. m. ein. Die Marktbegleiter scheut er nicht, als er diverse andere Wettbewerbsprodukte ebenfalls namentlich nennt. „Es geht ja um die Sache, um die komplette Information, und nicht immer nur um Wettbewerb“, so Dreier.

Das Schiessl-Gespann Daniel Tiemann und Benjamin Kautz geht in seinem Vortrag der Frage nach, wohin sich der Kälte- und Klimamarkt in Zukunft entwickelt. Spätestens im Jahr 2025 kommt die nächste Hürde auf uns zu, da bei Mono-Splitgeräten der GWP-Wert von 750 nicht überschritten werden darf. Dies hat zur Folge, dass es zu deutlichen Preissteigerungen beim Kältemittel R410A kommen könnte und bereits jetzt eine zukunftssichere Anlage in Betrieb genommen werden sollte. Eine solche Alternative kann ein hybrides HVRF-System sein. Gegen Ende des Vortrags reden die beiden über die Verknappung der Rohstoffe und die Liefersituation durch gestörte Lieferketten bei Kälte-Klimakomponenten.

20220401 141353 bb177Nach einer „Kältischen Stärkung“ in Form von Gulasch- und Erbsensuppe tritt Dennis Frieske von der Westfalen AG auf die Bühne und erzählt den Teilnehmern über praktische Anwendungen von A2L-Kältemittel in einer Tankstelle. Die Arbeit mit brennbaren Kältemitteln bringt in der Praxis neue Herausforderungen mit sich. Und an einem besonders sensiblen Ort wie einer Tankstelle muss alles stimmen. Mit der Case Study an der Tankstelle in Lüdinghausen testet Westfalen, welche Hilfsmittel bei der Umsetzung unterstützen. Dabei mussten sie unter anderem Füllmengenbegrenzungen beachten und Sicherungsmaßnahmen einplanen.

Über nützliche Tools für den Servicetechniker kann Christoph Lichtblau von LG Electronics erzählen. „Wer heute an und mit Klimageräten arbeitet, muss sich gut mit Elektronik auskennen. Ohne ein spezielles Servicetool, welches tief in die Abläufe des Systems, mit nahezu allen gemessenen Betriebswerten, hineinschauen kann, ist kaum mehr was zu machen. Mit dem LGMV Servicetool und der HVAC Service App gibt LG allen Technikern zwei Werkzeuge für den Service in die Hand, welche mit jedem gängigen Smartphone betrieben werden können“, sagt Lichtblau.

Jonas Linnemann von TEKO spricht in seinem Vortrag über die zunehmend komplexer werdende Kältetechnik, insbesondere bei transkritischen CO2-Anlagen und der Regelungselektronik. Dies muss jedoch kein Nachteil sein – ganz im Gegenteil: Die zunehmende Technisierung in Kälteanlagen auf digitaler Ebene eröffnet auch neue Möglichkeiten. So werden bereits seit geraumer Zeit alle Betriebsparameter der Kälteanlage, aber auch der gesamten Gebäudetechnik, durch eigens von Wurm betriebene Datacenter erfasst und zur Auswertung bereitgestellt. Von diesen Daten profitiert auch der Servicetechniker vor Ort, der mit Hilfe der Frida-App auf aktuelle und vergangene Daten seiner Anlage zugreifen und aktiv Parameter verändern kann. „Dies eröffnet dem Techniker neue Möglichkeiten – und das ganz unkompliziert mobil mit dem Smartphone oder Tablet als Werkzeug“, erklärt Linnemann.

Das Thema von Daniel Rosenberg/Midea lautet „Übergeordnete Steuerungen in der Klimatechnik“. „Es geht bei den übergeordneten Steuerungen darum, vom kleinsten RAC-System bis zum größten VRF-System die volle Kontrolle über alle Regelelemente zu haben. Dieses kann ich abbilden über ein Touch Panel. Zum Beispiel das CCM270 von Midea. Per Touch werden alle Elemente zentral gesteuert. Alternativ geht es weltweit auch über die interne IP-Schnittstelle, wenn das Netzwerk entsprechend freigegeben ist. Dies gilt genauso für die BacNet-Anwendung, die meistens im Gewerbe eingesetzt wird, wie auch für die KNX-Anbindung, die in den meisten Fällen im privaten Bereich vorkommt. In allen genannten Fällen kann man über die jeweilige Schnittstelle den Modus (Heizen, Kühlen etc.) sowie Temperatureinstellungen oder Zeitschaltpläne sowie alle Dinge, die über die normale Fernbedienung gesteuert werden, einstellen oder ändern. Im Großen und Ganzen dienen die übergeordneten Steuerungen dazu, das ganze „smart“ werden zu lassen und im besten Fall bei passender Steuerung Strom zu sparen.

Aktive Gestaltung der letzten drei Vorträge

IMG 7218Danach wurde die Truppe in drei Gruppen eingeteilt, die nacheinander Carrier, Aspen Pumps und Fieldpiece besuchten. Im eigenen Trainings-Center, das Carrier letztes Jahr im IKKE erweitert hatte, stellt Christian Wiernik, Carrier Vertriebsbeauftragter für den Nordwesten, den Kälten die neuen VRF- und Split-Systeme im Betrieb vor. Schnell bilden sich Gruppen nach besonderen Interessen, die sich intensiv zum Beispiel mit den Regelungen oder dem Innenleben der Geräte auseinandersetzen. Besondere Aufmerksamkeit gilt den Anschlusskits, mit denen DX-Lüftungsgeräte herstellerunabhängig bis 73 kW angeschlossen werden können. Großes Interesse auch für das flache Kanalgerät, das sich dank nur 185 mm Höhe besonders für Hotelprojekte eignet und standardmäßig bereits Schlüsselkartenfunktion, Ausblaspaneel mit Temperaturanzeige und 3D-Luftstrom enthält. Beim VRF-Gerät mit Top Discharge fällt auf, dass sich das Frontpaneel 120° öffnen lässt, was den Zugang zu den Komponenten bei Installation und Wartung erleichtert. Die 30 Minuten im Trainings-Center waren fast zu kurz, um sich alles in Ruhe anzuschauen. So wird im Anschluss bei dem einen oder anderen Bier noch weiter gefachsimpelt.

IMG 7254 Moment2 c7d5bZeitgleich stellt Ralf Kauke von Aspen Pumps draußen an seinem Anhänger die neuesten Produkte vor. Es ist kalt und er tut uns allen ein wenig leid. Heldenhaft stellt er sich jedoch der Herausforderung und erklärt den Kälten unter anderem die Reinigungsmittel, um Klimaanlagen fachgerecht zu warten. Er zeigt aber auch Werkzeugrucksäcke und einige Dinge mehr. Und natürlich hat er auch seine selbstproduzierten Würstchen mit.

An den Tischen von Fieldpiece zeigen Jenny Nijenhuis mit holländischem Charme, Moritz Aichmann und Jörg Oehme die neuesten Werkzeuge. Unter anderem stellten sie das Joblink-System vor. Es verbindet alle kabellosen Messgeräte und Sensoren von Fieldpiece, d. h. von der Stromzange über die digitale Monteurhilfe sowie Waage bis zu Druck-, Temperatur-, Feuchtesensoren etc. Somit stehen drahtlos alle relevanten Parameter in Echtzeit in einem System zur Verfügung. „Die Messgeräte sind in der Lage, die Daten ohne Verbindung zum Mobiltelefon/ Tablet aufzuzeichnen, und diese stehen danach zum Herunterladen zur Verfügung. Somit ist eine Datenprotokollierung auf dem Messgerät selbst möglich. Die einzelnen Sensoren haben eine Reichweite bis zu 300 m“, berichtet Aichmann.

Der Grillabend

IMG 7305Wie bei jedem Kälten-Treff wird die Veranstaltung mit einem ausgiebigen Grillabend beendet. Zuerst aber bekommen die Teilnehmer ihre Zertifikate. Es hat sich geleert, den die meisten Berufsschüler sind mittlerweile nicht mehr da. Aber mit rund 60 Kälten kann man auch ordentlich feiern. Die IKKE-Jungs werfen den Grill an. Es gibt Salate, Brot, Fleisch und natürlich wieder die Bierwand. Es ergeben sich auch diesmal wieder viele völlig neue Verbindungen. Meisterschüler reden mit den Referenten, Berufsschüler mit selbstständigen Kälten usw. Ein großes Netzwerken am Abend. Viele der Teilnehmer saßen im Kantinenraum. Dort ist es warm und gesellig. Kalt und extrem gesellig ist es jedoch am PINK-Anhänger. Dort drehen wir die Musik auf und machen Party. Einige bis drei Uhr des nächsten Tages.

 

 

Spenden für die Ukraine

Die KK-Redaktion hat die Teilnehmer im Vorfeld gebeten, einen Verbandskasten mitzubringen. Und es war sehr beeindruckend, dass sowohl die Teilnehmer als auch die Referenten sogar noch mehr als das mitgebracht haben. Die Aktion begann allerdings nicht bei den Kälten, sondern bei den Baumetallern unserer Schwesterredaktion Baumetall. Unseren Bericht zur Spendenaktion lest ihr in der KK-Heftausgabe 05-2022.

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